Wie alles begann

Die Anfänge der Lassaner Winkel Wohnungsgenossenschaft

Die Gründung einer Genossenschaft bot sich 2011 als ein Mittel, um ein Wohnobjekt in Pulow im Sinne eines lebendigen Dorflebens sichern zu können. In diesem kleinen Ort in der vorpommerschen Mikroregion Lassaner Winkel wurde damals ein Mehrfamilienhaus zum Verkauf angeboten, das bis dahin nur teilweise dauerhaft bewohnt war. Der Ausbau weiterer Ferienwohnungen durch auswärtige Investoren stand zu befürchten – doch einige in den Jahren zuvor Zugezogene sahen vielmehr den wachsenden Bedarf an (Wohn-)Raum für noch mehr engagierte Leute.

Eine Gruppe von acht entschlossenen Menschen fand sich dann zusammen, um das langgestreckte Gebäude für – damals noch unbekannte – neue Freunde zu sichern. Der Lassaner Winkel wird insbesondere seit Ende der 1990er Jahre belebt durch den Zuzug vorwiegend junger Menschen. In einem Visionstreffen zu dem Unterfangen stießen die Initiatoren auf reges Interesse, und so begannen sie, das, was in finanzieller Hinsicht zunächst unmöglich erschien, in die Tat umzusetzen.

Das nötige Know-How erwarben sie in einer Phase intensiver Arbeit. Man teilte untereinander die Aufgaben und zu klärenden Fragen wie etwa Welche Form der Trägerschaft bietet die Möglichkeit, als Gemeinschaft zu agieren, Verhandlungen zu führen und die Verantwortung zu teilen?“ Während einige auf diese Weise auf die Vorzüge von Genossenschaften stießen, nahmen andere die Verhandlungen auf: Um als Käufer mit besonderem Interesse wahrgenommen zu werden, hielt man den Kontakt mit den Besitzern, während zugleich mit der als Kreditgeberin gewählten GLS-Bank die Konditionen ausgehandelt werden mussten.

In der Folge war es nötig, den erforderlichen Eigenanteil zum gewährten Kredit mithilfe von privaten Darlehen zu beschaffen und auch eine geeignete Baufirma zu finden, die nach ökologischen Standards arbeitet. Daneben wurden regelmäßig Interessenten eingeladen, um die ersten Bewohnerinnen und Bewohner zu finden und sie über den jeweiligen Stand der Dinge informiert zu halten.
Auch eine Präambel wurde ausgearbeitet, um der Vision des genossenschaftlichen Projekts Ausdruck zu verleihen.

Nach dieser ersten intensiven Phase wurden im August 2013 die ersten Schlüssel ausgehändigt; die Wohnungen im Mittelbau, die vorerst keiner Renovierung bedurften, konnten bezogen werden. Nach dem Beginn der Sanierung des Nord- sowie des dflügels galt es, den Bau zu beaufsichtigen und sich immer wieder mit der Baufirma zu beraten. Für die bestehenden und künftigen Nutzungsverträge und die Berechnung aller Kosten wurde eine vorläufige Verwaltung aufgestellt, und es fanden wöchentliche Sitzungen statt, um Informationen auszutauschen und weitere Aufgaben zu verteilen.

Die Anfangsphase steckte wahrlich voller Herausforderungen! Ein Flyer wurde gestaltet, um weitere Darlehen oder Genossenschaftsanteile zu generieren. Auch eine Homepage entstand zu diesem Zweck, auf der außerdem über die Genossenschaft, ihre Mitglieder und den Fortgang der Bauarbeiten informiert wurde.

Tatsächlich war es in den ersten Jahren gar nicht so einfach, die entstandenen Wohnungen zu vermieten –ein Problem, das rund 15 Jahre später kaum mehr vorstellbar ist. Doch immer weitere Nutzer wurden in jener Anfangszeit gefunden.

Auch heute gibt es immer noch viel zu tun. Die Eltern“ des Palazzo-Pulow, wie dieses erste Projekt der Lassaner-Winkel-Wohnungs-Genossenschaft (LaWiWoGe) liebevoll genannt wird, haben die Administration ihres Babys“ mittlerweile an die Bewohnerschaft übertragen. Einige von ihnen begleit(et)en ihr Projekt noch lange über die Gründungsphase hinaus – und sind zum Teil auch jetzt wieder zur Stelle, wo es mit der WinkelWabe“ um die Umsetzung eines neuen genossenschaftlichen Bauprojekts geht…